Der Lügner ist immer im Vorteil!

 Der Lügner ist immer im Vorteil!

Wir leben in einer Welt, in der Ehrlichkeit als Schwäche zählt und die Lügner auf Händen getragen werden.

Albert Einstein

Die meisten Menschen glauben, dass alle, die um sie herum „menschlich aussehen“, auch genauso wie sie selbst sind, emotional, spirituell, wahrhaftig.

Das ist ein großer Irrtum und ein großes Hindernis für die Beurteilung von Menschen. Bei so einer Grundannahme fällt es schwer, einen Lügner zu erkennen und misstrauisch zu sein, wenn einem jemand, egal wer auch immer, Händler, Banker, Politiker usw. etwas verkaufen besser gesagt aufschwatzen möchte!

Die Lüge begegnet uns auf allen Ebenen des Lebens, besonders da, wo auf Menschen Einfluss genommen werden soll, zum Zwecke wirtschaftlicher, politischer und auch egoistischer Interessen.

Die geringsten Skrupel haben anscheinend Wirtschaftsunternehmen im Kampf um den Wettbewerb und um den Kunden.

Zur Erreichung eigener Ziele wird häufig das Mittel der Lüge eingesetzt. Die Verbreitung einer Lüge über Konkurrenten oder auch Gegner soll diese unglaubwürdig machen. Dieses perfide Vorgehen trifft das Opfer besonders hart, weil es schwer ist, seine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die vorgeworfene Lüge aufrecht zu erhalten. Zur Zeit kann man das an dem prominenten Beispiel des amerikanischen Präsidenten wunderbar beobachten.

Weshalb der Lügner die besseren Karten hat, las ich in einem Text dessen Quelle ich leider nicht mehr benennen kann, weil ich ihn ohne diese abgespeichert habe, den ich aber trotzdem zitieren möchte:

 „Menschen sind es gewohnt (konditioniert) anzunehmen, dass andere Menschen zumindest versuchen „alles richtig zu machen“ und gut, fair und ehrlich sind. Und wie so oft, nehmen wir uns nicht die Zeit sorgfältig herauszufinden, ob eine Person, die in unser Leben tritt, tatsächlich eine ehrliche Person ist. Wenn z. B. ein Konflikt zwischen Personen oder auch Institutionen ausgetragen wird, dann fallen wir automatisch in die kulturelle Annahme, dass eine Partei auf eine Art teilweise Recht hat und die andere teilweise auf eine andere Art. Wir bilden uns eine Meinung welche Seite Recht oder Unrecht hat. Wegen unserer Konditionierung, fangen wir im Falle eines Streites automatisch an zu denken, dass die Wahrheit irgendwo zwischen den beiden Extremen liegen wird. Lasst uns annehmen, dass in einem Streit eine Seite unschuldig, ehrlich ist und die Wahrheit sagt. Es ist nun offensichtlich, dass Lügen für diese unschuldige Person nichts bringt; welche Lüge könnte sie denn erzählen? Wenn sie unschuldig ist, wäre die einzige Lüge, die sie fälschlicherweise sagen könnte: „zugegeben, ich war es.“ Doch das Lügen kann für den Lügner nur Gutes erbringen. Er kann sagen: „Ich war es nicht“, und einen anderen der Tat bezichtigen, während die unschuldige Person, die er beschuldigt, nur sagen kann: „Ich war es nicht.“ und sagt dabei die Wahrheit. Die Wahrheit, wenn sie durch geschickte Lügner verdreht wird, kann immer eine unschuldige Person schlecht aussehen lassen, insbesondere, wenn die unschuldige Person ehrlich ist und seine Fehler zugibt. Die Grundannahme, dass die Wahrheit zwischen den Aussagen beider Seiten liegt, verschiebt den Vorteil immer zur lügenden Seite hin, und weg von der Seite, die die Wahrheit sagt“.

Leider haben die allermeisten Menschen die Fähigkeit verloren, sich an einer Sprache zu orientieren, die jedem mitgegeben wird, der Körpersprache. Diese „Ursprache“ ist immer noch in unseren Gehirnen verankert und begleitet jeden Menschen sein ganzes Leben lang. Sie zeigt die Stimmungen an und auch die Absichten z. B. durch unterstützende Gestik beim Reden. Sie zeigt auch das Lügen an. Wer sich damit beschäftigt, hat einen enormen Vorteil in der Einschätzung von Menschen. Als Barschel, ehemaliger Ministerpräsident von Schleswig Holsten, sein Ehrenwort gab, verriet er sich durch eine Geste, die er sonst nie zeigte, es wischte nach dem Ausspruch mit der Hand über die Nase, als wolle er die Lüge wieder wegwischen. Jeder geschulte Beobachter sah, dass er log und zog seine Schlüsse draus.

Ein Tipp: Nutzen sie den Moment des ersten Eindrucks, der ist immer richtig und schalten sie in der kurzen Zeitspanne den Intellekt aus. Achten Sie darauf, was ihr Bauchgefühl sagt, das stimmt immer, weil es in der Urgesellschaft, wo die Sprache noch nicht so ausgebildet war und man der Welt noch skeptischer gegenüberstand, die Überlebenschancen sicherte.

Obwohl es so aussieht, als würde das Lügen ein erfolgreiches Lebenskonzept sein, kann ich nur davon abraten, denn es holt einen irgendwann ein! Das Unterbewusstsein weiß, was richtig und was falsch ist. Diese Moralinstanz erzeugt die sogenannten kognitiven Dissonanzen, die einen quälen werden, auf die eine oder andere Art.

Schon der Volksmund sagte: Lügen haben kurze Beine.

Niels Hanßen

Hamburg, den 30.03. 2016 – aktualisiert 29.12.2018

 

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